Bauträger Vertrag

Beim Bauträgervertrag ist der Verbraucher kein Bauherr sondern Erwerber. Der Bauträger ist Eigentümer des Grundstücks, tritt als Bauherr auf und verkauft das Grundstück mit einer Bauverpflichtung. Eine Besonderheit ist dabei, dass der Erwerber erst zu einem späten Zeitpunkt Eigentümer der Immobilie wird, obwohl er bereits frühzeitig Zahlungen leistet. Der Bauträger ist verpflichtet, ihm das Eigentum zu verschaffen. Bei der Abwicklung ist die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) anzuwenden. Beim Kauf vom Bauträger ist der Erwerber im Vorfeld zur Beurkundung wesentlich stärker gefordert als beim Kauf eines fertiggestellten Objektes.

Während dort dem Käufer die Person des Verkäufers relativ gleichgültig sein kann, kommt der Person des Bauträgers in Bezug auf dessen technisches Know-how, Erfahrung, Organisationsvermögen und vor allem dessen Bonität höchste Bedeutung zu. Hier wird der Erwerber ohne Hilfe des Notars vor Aufnahme der Kaufverhandlungen selbst Erkundigungen einholen müssen, etwa durch Angabe und Besichtigung von Referenzobjekten, Gespräche mit Maklern und Bausachverständigen.

Die - nach Möglichkeit sehr detaillierte - Baubeschreibung und die Baupläne verlangen vom Erwerber ein besonderes Vorstellungs- und Beurteilungsvermögen.

Gerade diese Unterlagen sollte sich der Erwerber vor der Beurkundung unbedingt vom Bauträger sorgfältig erklären lassen und studieren, notfalls auch den Rat Dritter dazu einholen.

Der Entwurf des Bauträgervertrages, die Baubeschreibung und die Baupläne sowie bei Wohnungseigentum die Teilungserklärung mit Gemeinschaftsordnung werden dem Erwerber vor Beurkundung vom Notar übersandt. Änderungswünsche können selbstverständlich in Absprache mit dem Bauträger auch beim Bauträgervertrag vorgenommen werden, selbst wenn dieser in der Regel einen Serienvertrag darstellt, der völlig individuellen Lösung widerstrebt, und dem Bauträger die prinzipielle Gleichbehandlung seiner Kunden zubilligt werden muss. Zwischen dem Tage der Aushändigung der vorgenannten Unterlagen durch den Notar und der Beurkundung ist grundsätzlich eine Frist von zwei Wochen einzuhalten.

Der Bauträgervertrag ist wesentlich umfangreicher als der übliche Grundstückskaufvertrag, nicht nur weil er die Elemente eines Kauf- und Werkvertrages beinhaltet, sondern weil der Notar bei der Formulierung penibel darauf achtet, dass die für diesen Vertragstyp entscheidenden Verbraucherschutzbestimmungen beachtet werden, nämlich die Vorschriften der Makler- und Bauträgerverordnung sowie die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über allgemeine Geschäftsbedingungen (§§ 305 ff. BGB).